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Hohoho! Ice Cold like a Coca-Cola!
 
 
 
   
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Wie der Weihnachtsmann zum rot-weissen Geschenkebringer wurde


Von Hl. Nikolaus zum Coca-Cola Weihnachtsmann (u.a. mit Zeichnungen von Thomas Nast und Haddon Sundblom)Der Weihnachtsmann wie wir ihn heute kennen ist eine Märchengestalt, die in den
USA Santa Claus, in Holland Sinterklaas und in Russland Väterchen Frost genannt
wird. In unserer Vorstellung wohnt er am Nordpol, wo ihm Elfen und Wichtel dabei
helfen, Weihnachtsgeschenke für rund 2 Mrd. Kinder auf der Welt zu basteln. In
der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember macht er sich mit einem Rentierschlitten
auf den Weg zu den Kindern, klettert durch die Schornsteine der Häuser und legt
die Geschenke unter den Weihnachtsbaum. Wie es dazu kam und welche Rolle
Coca-Cola dabei spielte, erzählt uns die folgende Geschichte.

Die Figur des Weihnachtsmanns geht zurück auf Bischof Nikolaus von Myra,
der der Legende nach im Jahre 270 in der kleinasiatischen Stadt Patras geboren
und am 6. Dezember 343 gestorben ist. Wir kennen ihn deshalb besser als Niko-
laus, der seit dem Mittelalter an seinem Todestag Kinder und Arme beschenkt. Der
Reformator Martin Luther schaffte diesen Brauch jedoch 1535 für die deutschen Protestanten ab. Als Ersatz sollte nun der Heilige Christ, später verniedlicht als „Christkind“ (und teilweise missverstanden als kindlicher Jesus), zu Weihnachten Geschenke bringen. Ab 1900 fand die Bescherung an Weihnachten auch im überwiegend katholischen Süden und Westen mehr und mehr Anhänger, währ-
end sich im Norden und Osten Nikolaus zunehmend in seiner neuen Gestalt als Weihnachtsmann etablierte. Der ursprünglich als Bischof dargestellte Nikolaus verschmolz dabei zunehmend mit seinem Begleiter und Gehilfen Knecht Ruprecht (auch Krampus genannt), übernahm dessen Stiefel, den Sack und die Rute, be-
hielt jedoch den Mantel und den zunehmend modifizierten Bischofshut.

Neben den christlichen Religionen mit dazu beigetragen hat die Interpretation der historischen Figur Nikolaus durch durch Musik, Kunst und Literatur. Eine der früh-esten Beschreibungen des späteren Weihnachtsmannes findet sich in einem Ge-
dicht von William Gilley von 1821. Darin beschrieb er Santa Claus als ganz in Fell gekleidet und auf einem von Rentieren gezogenen Schlitten fahrend. Ein Jahr
später folgte das Gedicht "'Twas before Christmas“ (A Visit from St. Nicholas)
von Clement C. Moore, der Nikolaus als rundlichen, lustigen Elf mit rundem kleinen Bauch, ganz in Fell gekleidet, mit glitzernden Augen, rosigen Bäckchen, einer
kirschförmigen Nase, einem langen schneeweißen Bart und einer Pfeife be-
schrieb. Auch August Heinrich Hoffmann von Fallersleben verarbeitete 1835
die Figur des Weihnachtsmanns in seinem Lied "Morgen kommt der Weihnachts-
mann“. Bereits die erste Darstellung des Hl. Nikolaus im von Heinrich Hoffmann verfassten Kinderbuch Struwwelpeter von 1844 kam dem heutigen Bild des
Weihnachtsmannes ziemlich nahe. Es folgte 1863 eine Zeichnung durch den
Karikaturisten Thomas Nast für das Wochenmagazin Harper's Weekly. Er por-
trätierte Santa Claus mollig, lustig, mit langem Rauschebart zusammen
mit dem
Rentierschlitten auf einem Dach und legte damit quasi sein heutiges Erschei-
nungsbild fest.

Vorausgegangen war die Emigration des holländischen Sinterklaas nach Neu Amsterdam beziehungsweise New York, wo er sich zu Santa Claus entwickelte
und zunehmend mit der Figur des „Father Christmas“ verschmolz, die britische Immigranten mitgebracht hatten. Auch wurde die Bescherung um einen Tag auf
den 25. Dezember verlegt. Während der europäische Nikolaus bzw. Sinterklaas
noch eher als asketisch wirkender Heiliger in der Bischofstracht mit Mitra, Stab,
Kreuz, Chormantel und Stola auftrat, wechselte Santa Claus in den USA in zunehmend dem Winterwetter angepasste Kleidung.

Nast war es auch, der dem Weihnachtsmann die heute typischen Farben gab.
Als er gebeten wurde, einige seiner Werke zu kolorieren, wählte er die Farben
weiß und rot. Und auch andere Eigenschaften des neuen Santa Claus sind Er-
findungen des Karikaturisten, der den Weihnachtsmann zum Nordpol umsiedelte,
wo er Spielzeug für die Kinder herstellt. Auch machte er den europäischen Ge-
fährten des ehemaligen Bischofs, Knecht Ruprecht bzw. Krampus über-
flüssig, indem Santa eine Liste braver und böser Kinder führten ließ, anhand
derer er entscheidet, wer beschenkt wird und wer nicht. Hierauf aufbauend
schrieb die New York Times 1927: „Ein standardisierter Santa Claus erscheint
den New Yorker Kindern. Größe, Gewicht, Statur sind ebenso vereinheitlicht
wie das rote Gewand, die Mütze und der weiße Bart“.

Die genannten Beschreibungen und Darstellungen wurden von dem aus Schwe-
den stammenden Grafiker und Cartoonisten Haddon Sundblom aufgegriffen, als
er 1931 von der Coca-Cola Company den Auftrag erhielt, für eine Werbekampagne den Weihnachtsmann zu zeich-
nen. Als Vorlage für die Darstellung des Gesichts diente dabei angeblich ein pensionierter Coca-Cola-Mitarbeiter. Bis
Hohoho, ich bin der Weihnachtsmann!1966 zeichnete Sundblom daraufhin jedes Jahr auf's Neue den Weihnachtsmann
für die Coca-Cola-Werbung und prägte so nachhaltig unsere Vorstellung von
einem freundlichen, dicken, rot gekleideten Mann mit langem weißen Bart. Der jahrzehntelange Erfolg der Werbung sorgte dafür, dass das Aussehen des
Weihnachtsmannes häufig fälschlicherweise Coca-Cola zugeschrieben wird,
obwohl es, wie gezeigt wurde, bereits viel früher festgelegt worden war. Auch
war der amerikanische Getränkehersteller nicht, wie vielfach angenommen, für
die Farbgebung von Santa Claus verantwortlich, sorgte aber durch die sehr be-
kannten Weihnachtswerbespots für eine rasche weltweite Verbreitung von
Moores figürlicher und Nasts farblicher Darstellung des Weihnachtsmanns.

Die modernen Medien in Form von Hollywood-Filmen und Werbekampagnen (z.B.
die Werbespots mit den Coca-Cola Weihnachtstrucks, siehe Video weiter unten)
haben somit großen Anteil an der weltweitern Verbreitung des Märchens (und
der Tradition) vom Weihnachtsmann. Bischof Nikolaus von Myra würde sich ver-
mutlich im Grabe umdrehen, wenn er wüsste, was aus seiner historischen Figur
geworden ist. Aber vielleicht würde er auch nur sagen: Hohoho!

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