Factory Outlet Center boomen!
14.09.2006 - Während es in den USA, dem Mutterland der Factory Outlet Center, bereits seit Ende der
1950er Jahre
"Malls für
Schnäppchenjäger" gibt, hat
Deutschland erst in den letzten Jahren richtig
durchgestartet.
Nachdem im Mai
2000 mit dem B5 Designer Outlet Center bei Berlin und 2001
mit dem Desinger Outlet Zweibrücken (DOZ) die
ersten
Outlet Center ihre Tore öffneten,
gibt es aktuell bereits 5 Outlet Center in Deutschland. Das 2003 eröffnete
WertheimVillage beispielsweise, das jährlich von 1,5 Mio. Besuchern angesteuert wird, wird aufgrund des gro-
ßen
Erfolges
aktuell bereits um
50%
erweitert, um 2008 jährlich ca.
3 Mio. Kaufwillige anzulocken. Im
Sommer 2007
geht
zudem in Wolfsburg ein
weiterer Schnäppchenpark an den
Start.
Doch die neuen Marken-Outlets haben mit
den Fabrikverkäufen früherer Tage, als
sich
der Angebotsjäger durch Restposten
wühlten,
kaum noch etwas gemein. Statt-
dessen
präsentieren sich die exklusiven
Marken
den > Smart Shoppern heute
in
Kunstdörfern, die meist der traditionellen
Bauweise der jeweiligen Region nachem-
pfunden sind. In den gesylten
Boutiquen
wird man von
fachkundigen Verkäufer
um-
fassend
beraten, weshalb es nicht verwun-
dert, dass der
Umsatz pro
qm und Jahr bei
3.000 bis 5.000
Euro liegt.
Darüber hinaus
sorgen
Restaurants und Cafés, Modeschau-
en und Ausstellungen sowie Kinos und
Konzerte
für
reichlich Abwechslung. Allen
Outlet
Centern gemeinsam ist
außerdem,
dass
sie
sich gut
ereichbar
in Autobahn-
nähe
befinden
und über reichlich
Parkplätze
verfügen.
Neben den 5 aktuellen Outlet-Dörfern in
Deutschland
locken auch eine Reihe grenznaher
Center in den Niederlanden,
Belgien und
Frankreich kauflustige Konsumenten an. Insgesamt offerieren
in Mitteleuropa aktuell rund 20 große Ein-
kaufszentren Edelmarken für marken-, mode-
und preisbewusste Konsumenten, wie
die folgende Übersicht zeigt:
Idee der Factory Outlet Center ist es, in eigens dafür errichteten Einkaufsdörfern Markenartikel aus der Vorsaison,
Sonder- und Musterkollektionen sowie teilweise auch B-Ware um 30% bis 70% günstiger anzubieten, weshalb in
den meisten Outlets permanente Schlussverkaufsstimmung herrscht.
Eine genaue Definition des Begriffs "Factory Outlet Center (FOC)" finden Sie >> hier
Den Merian-Guide Nobelmarken zu Schnäppchenpreisen 2007/2008 finden Sie >> hier
Eine Übersicht mit gut 130 Factory Outlet Centern in Europa (ohne Verlinkungen) finden Sie>> hier
Eine Übersicht mit europaweit geplanten und realisierten Outlet Centern (Stand: Juni 2005) gibt's >> hier
Eine Übersicht mit Factory Outlet Stores sortiert nach Branchen, Städten, Marken und Produkten finden Sie >> hier
Quelle: Capital, Stern sowie eigene Recherchen
Marken, die es gar nicht gibt. Oder doch?
10.07.2006 - Da Schleichwerbung im Fernsehen (noch) verboten ist, kommen in vielen Serien häufig Scheinmarken
zum Einsatz, d.h. Marken, die es im realen Leben gar nicht zu kaufen gibt, die aber echt wirken. Ob in der Serie "Gute
Zeiten, schlechte Zeiten" (GZSZ) oder der Telenovela "Verliebt in Berlin" (mit dem Fantasieunternehmen "Kerima Moda"),
die
Helden in Serie beginnen ihren Serienalltag mit der Zahncreme "Tendental", lesen danach das "Morgenecho" wäh-
rend sie knuspriges Müsli von "Naturkost biologisch" genießen und anschließend ihr Geschirr mit "Altril" wieder auf Hochglanz bringen. Alle genannten Marken
sind frei erfunden, was völlig legal ist, auch wenn sie den Originalen auf
den ersten Blick oft zum Verwechseln ähnlich sehen. Dank der strengen Werbebeschränkungen, insbesondere was
die Schleichwerbung (> Product Placement) betrifft, boomen die auch als "Fakes" bezeichneten Fantasieprodukte.
Das Berliner Designbüro Schein Berlin bei-spielsweise "fälscht" bereits seit 5 Jahren in
großem Stil Requisiten für Fernsehserien und Kinofilme.
Egal ob efundene Verpackungen,
fiktive Zeitschriften, nachempfundene Labels, gefälschte
Dokumente oder Geld, die Berliner Designer
erschaffen auf Bestellung alle mög-
lichen Filmgraphiken, auch als Fakedesin be-
zeichnet.
Als beispielsweise
ein Spülmittel benötigt
wurde, entstand die
Scheinmarke "Jux". Die blaugrüne Aufschrift
stellt eine Kreuzung bestehender
Marken
wie
Pril, Palmolive & Co. dar und würde
in den Supermarktregalen
dieser Welt in keinster Weise auffallen.
Und doch, die erfundenen Produkte gab es nicht
und wird es nie geben.
Doch es gibt Ausnahmen.
Als 1999 beispielsweise der Film > Office Space in die Kinos
kam, war der Film eher mäßig erfolgreich, entpuppte sich dann aber ein Jahr später auf Video als Mega-Hit, nicht
nur unter Programmierern. Be-
merkenswert an dem äußerst unterhaltsamen Film (unbedingt einmal ausleihen!) war unter anderem, dass ein in der
Handlung an mehreren Stellen thematisierter
roter Hefter von Swingline zum Kult
wurde (ausgewählte Szenenaus-
schnitte finden Sie >> hier). Nur:
Einen roten Tacker von Swingline gab es überhaupt nicht. Ein Bühnenmitarbeiter
hatte einen Locher extra
für den
Film rot lackiert. Nun wollten ihn alle haben. Da Swingline aber zunächst nicht rea-
gierte, fingen die Office
Space-Fans
an, sich ihre Hefter selbst rot zu lackieren. Erst drei Jahre
nachdem der > Buzz
um den Tacker losgegangen war, brachte Swingline endlich den "roten Hefter" als "Rio Red" Collectors Edition 747
auf den Markt.
Ähnlich erging es der US-amerikanischen Literaturverfilmung "Forrest Gump" (1994) des gleichnamingen Romans von
Winston Groom
mit
Tom Hanks in der Hauptrolle. im Film wird der Hauptdarsteller seinem im Vietnamkrieg gefallenen
Freund Bubba zuliebe
Shrimpfischer und baut daraus das Shrimp-Imperium "Bubba Gump Shrimp Company"
auf.
Vom Kinofilm inspiriert, bauten Viacom Consumer Products und die Rusty Pelican Group in den letzten 10 Jahren
eine gleichnamige Fisch- und Meeresfrüchte-Restaurantkette auf. Das mittlerweile 20 Restaurants
& Markets um-
fassendes Franchise System umfasst neben demi eigentlichen Restaurant einen Meeresfrüchte-Lieferservice und
einen "Gump Gear" Shop
(mit T-Shirts, Schokolade & Co.).
Daneben möchten wir Ihnen im Folgenden drei weitere bekannte Phantasiemarken kurz vorgesellt:
Binford - Im Jahr 2000 wurde von einem findigen Unternehmer die Scheinmarke "Binford" aus der
Serie "Hör mal
wer
der hämmert" in Deutschland als Marke angemeldet. Mittlerweile kann man sich "echte"
Binford
Tools
beim dazuge-
hörigen
> Online-Shop zulegen ... eine gar nicht behämmerte Geschäftsidee!
Zomtec - Die Wurstmarke > Bifi hatte über Jahre erfolgreich mit der Phantasiefirma "Zomtec" für ihre Produkte ge-
worben. Im Juni 2006 wurden die fünf reichlich Bifi konsumierenden Charaktere jedoch leider ausrangiert. Was mit
der bekannten Marke "Zomtec" passiert, bleibt offen. MIt etwas Geschick könnte daraus noch eine Kultmarke ge-
macht werden.
Alinghi - Bei der spätestens seit dem Gewinn des "America's Cup" 2003 weltweit bekannten Marke "Alinghi" handelt
es sich um einen Namen ohne (erkennbar) dazugehöriges Unternehmen. Zumindest weiss kaum einer, dass
hinter
der
Marke mit Serono das drittgrößte Biotech-Unternehmen der Welt steht. Beim Namen selbst handelt es sich
um ein
von
Serono-Gründer und Besitzer Ernesto Bertarelli in seiner Kindheit selbst kreirten Namen, den er all' seinen
bis-
herigen
Booten als Name gab.
Quellen: Kulturspiegel, Schein Berlin, Virtual Stapler sowie eigene Recherchen
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