China bald auch Marken-Supermacht?
14.12.2005 - Nachdem China Europa bereits seit Jahren mit
billiger Massenware beliefert, ohne die die wöchentlichen
Angebote von Aldi, Lidl & Co. gar nicht mehr denkbar
wären, findet langsam aber sicher in chinesischen Unternehmen
ein Umdenken statt, wie Mark Siemons deutlich macht:
"Nur eines fehlt dem chinesischen Wirtschaftswunder
noch, um dem Westen auf den Leib zu rücken: die Fähigkeit,
Marken zu schaffen, globale Marken. Bisher ist China in
den Ländern Europas und Amerikas gewissermaßen
under-
cover präsent: Ein Großteil der westlichen Warenwelt,
ob Kleider und Schuhe oder Spielzeuge, Fernsehgeräte
und
und Mobiltelefone, stammt schon aus China, .. firmiert [aber]
unter westlichen Namen."
Doch
in China reift das Bewusstsein, dass es sich eine der größten,
bald mög-
licherweise die größte Wirtschaftsmacht der Welt,
nicht leisten kann, sein Ziel "Wirtschaftsweltmeister"
zu werden, ohne Weltklasse-Marken zu erreichen.
Hierzu nochmals Siemons:
"Aber so soll es nicht bleiben. Die chinesische
Regierung ruft die großen einheimischen Konzern dazu
auf, Marken zu entwickeln, die es mit den
westlichen aufnehmen können. Hundert bis hunderfünzig
Unternehmen
werden für den Sprung in die Welt vorbereitet, jede
einzelne Region soll
künftig ihre 'berühmten Namen' haben. Es fehlt
weder an Appellen noch
am nötigen Kapitel. Fünzehn Milliarden Dollar
soll die Volksrepublik für
ihre "Go global"-Initiative zurückgestellt
haben."
Noch aber wird es sicherlich ein paar Jahre dauern, bis
die erste chinesische Marke in der
Interbrand-Liste der 100
wertvollsten Marken der Welt (2005) aufgeführt
wird. Aktuell sind nur Japan mit Toyota (Platz 9), Honda
(19), Sony (28), Canon (35), Nintendo (50), Panasonic (78)
und Nissan (85) sowie Südkorea mit Samsung (20), Hyundayi
(84) und
LG (97) dort vertreten. Die genannten Marken haben allesamt
mehrere Jahrzehnte benötigt, um sich als globale Marken
zu etablieren. Es wird sich zeigen, wie lange das für
seine Geschwindigkeit bekannte China hierfür brauchen
wird.
Nachtrag: Dem aktuellen 5-Jahres-Plan Chinas zufolge strebt
das Land nach "eigenem geistigen Eigentum und dem
Besitz von Marken." (Der
Spiegel (1/2006, S. 67)
Quellen: FAZ
(14.12.2005, S. 33), Interbrand
sowie eigene Recherchen
Marken unter'm Weihnachtsbaum
09.12.2005 - Aktuell voll im Trend sind Weihnachtskugeln
als Werbeträger, so Angelika Suck von der Wirtschaftswoche.
Auf Wunsch bedrucken Hersteller von Weihnachtsschmuck Christbaumkugeln
mit individuellen Logos, Werbeslogans
oder Grafiken. Selbst der europaweit führende Hersteller
Krebs & Sohn aus dem fränkischen Georgensgmünd
ist über-rascht von der großen Nachfrage, so
Birgit Mülllner, die Marktingleiterin des Herstellers
gläsernen Christbaumschmucks:
"Wir wurden regelrecht überrannt". Suck zufolge
werden deshalb dieses Jahr an dem ein oder anderen Christbaum
Kugeln von Lindt, Coca-Cola, RTL oder Schalke 04 zu finden
sein. Frohe Weihnachten, Marken erwachet!
Quelle: Wirtschaftswoche
(50/2005, S. 118)
Zehntausende Mitstreiter gegen
"Kevin" von Ferrero
 08.12.2005
- Aktuell haben mehr als 39.400 Mitstreiter eine
Petition von drei Studenten
aus Chemnitz unterschrieben, mit
dem Ziel, wieder das seit 1967 verwendete Bild des blonden
Knabens Namens Günter Euringer auf die Verpackung von
Kinderschokolade zu drucken, der Teil ihres Lebens gewor-
den war und der seit Mitte 2005 nicht mehr auf der Verpack-
ung zu sehen ist.
Bis es soweit ist und Günter wieder auf der Verpackung
zu sehen sein wird - und wer weiss schon ob - kann sich in
der Zwischenzeit mit einem Günter-Bild zum Ausdrucken
und Ausschneiden behelfen. Die nostalgische Verpackung lässt
sich dann ganz einfach über die mit Packung mit dem Kevin-Gesicht
stülpen. Der Name des neuen Knaben ist übrigens
nicht genannt. Doch die drei Studenten meinten, er sehe einfach
aus, "als hieße er Kevin!".
Und warum machen die drei das? Laut den drei Initiatoren
"nehmen Sie mir ein Stück Kindheitserinnerung, ja,
gerade-
zu ein Stück Identität." Marke eben! Da
spielt man nicht mit ... und von wegen Überraschung.
Das überlassen wir den gleichnamigen Eiern. Ferrero-Köpfchen!
Quellen: FAZ
(08.12.2005, S. 9), weg-mit-kevin.de
sowie eigene Recherchen
Echte Pseudonyme statt klangvolle
Namen bekannter Musiker
30.10.2005 - Nachdem bereits seit geraumer Zeit im Internet
Lieder kostenlos (und illegal) von Raubkopierern getauscht
und heruntergeladen werden, sieht sich die Musikindustrie
nun neuen Problemen ausgesetzt, dem Diebstahl von Vorab-kopien
wichtiger Popalben. Auf dem Weg zu Journalisten und Radiostationen
kommen die CDs immer häufiger abhanden kommen, um nur
wenige Zeit später als Raubkopie im Internet aufzutauchen.
Doch dieses Mal zeigt sich die Musikindustrie kreativer
als noch vor einigen Jahren, als die ersten Musikbörsen
wie
Napster & Co. auftauchten und die ganze Branche herausforderten.
Anstelle der bekannten Musikernamen drucken
die Plattenlabels immer häufiger Pseudonyme auf die
Vorabkopien. Aus "Eric Clapton" wird kurzerhand
"Eric Cole",
"Depesche Mode" heißt auf einmal "Black
Swarm", "Franz Ferdinand" wird zu "C
Drive Backup" und die "Rolling Stones"
verwandeln sich in die "Little Wonders". Ob die
"Mogelpackungen" aber auch wirklich Wunder vollbringen,
wurde
bisher nicht bekannt. Manchmal ist es halt doch besser,
unbekannt zu sein. Wer kennt das nicht, oder den?
Quellen: Der
Spiegel (43/2005, S. 139) sowie eigene Recherchen
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