Markenstrategie: Konzept und Vorgehen Markennamen von Unternehmen, Produkten und Dienstleistungen Marken- und Künstlernamen von Sängern, Schauspielern, Sportlern und sonstigen Persönlichkeiten des Öffentlichen Lebens Markenlogos: Wortmarke, Bildmarke/Symbole und Charaktere Slogans: Kurze,  markante Phasen zur Marke und ihrer USP
 
 
 
   
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Erfolg hat einen Namen!

05.09.2005 - Zwei klangvolle Namen aus Bereichen, die kaum unterschiedlicher sein könnten, verdeutlichen auf eindrucksvolle Weise, welche Bedeutung Persönlichkeiten und ihre Namen für den wirtschaftlichen Erfolg besitzen
können: Ivana Trump, Ex-Ehefrau von Donald Trump und Schriftstellerin Susanne Riedel, u.a. im Jahr 2001 ausge-
zeichnet mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis.

Nelly Grimm, Das Wasserjahr (2004)Die 46-jährige Berliner Schriftstellerin Susanne Riedel entschied sich bei der Veröffentlichung ihres vierten Romas trotz Verlagsprotesten dafür, ihren Roman unter einem Pseudonym zu publizieren, weil sie, wie sie selbst sagt, "wissen [wolllte], ob der Text es aus eigener Kraft schafft" (Focus 29/2005, S. 50). Tat er nicht, wie sich zeigte. Während sich von ihren früheren Romanen wie z.B. Die Endlichkeit des Lichts bis zu 20.000 Exemplare verkauften, erreichte ihr unter dem Pseudonym "Nelly Grimm" publiziertes Werk Das Wasserjahr nicht einmal 4.000 Exemplare. Nomen ist omen, möchte man meinen: Grimmig muss sie 'drein geschaut haben, die Grimm, als ihr Buch ins Wasser fiel. Ein verlorenes Jahr!

Eine Übersicht mit vielen weiteren Pseudonymen bekannter Persönlichkeiten finden Sie > hier

Verwunderlich ist das alles nicht, denn lediglich eine einzige lobende Kritik reicht eben nicht
aus, um ein Buch erfolgreich zu machen. Kein Trommelwirbel, kein Applaus! So einfach ist das! Was für Markenhersteller gilt, trifft auch für Marken-schriftsteller zu: Ohne entsprechende PR und einen großen Namen läuft meist gar nichts. Harry Potter ist das beste Beispiel dafür, wie Markenexperte Stephen Brown deutlich macht:

"Es ist eine Kombination aus Locken und Quälen. [...] Die Geheimniskrämerei ist wichtig. Nichts soll über den Inhalt
des neuen Buches bekannt werden. Doch dann gibt es eine kleine Andeutung der Autorin ... . Typischerweise passiert dann kurz vor dem Erscheinen ein 'Unfall'. Druckfahnen werden gestohlen, der Text taucht angeblich im Internet auf ... . Die Medien greifen diese Geschichten gerne auf, Harry Potter bleibt so im Gespräch." (Focus, 28/2005, S. 49)

The Ivana, Las Vegas ... und passend dazu als Link: "Trump - Wie man reich wird" ... von ihrem Ex-MannDas Beispiel von Ivana Trump wiederum verdeutlicht den gleichen Effekt, nur aus einem anderen Blickwinkel gesehen und am Beispiel einer völlig anderen Branche, der Bauindus-
trie. Als Ex-Ehefrau des bekannten Immobilien-Magnaten Donald Trump nahm sie vor kurzem ihrem Mann nicht nur den Wnd aus den Segeln, sondern belegte auch auf eindrucksvolle Weise, dass Erfolg einen Namen - ein passendes Zugpferd - braucht.
Donald Trump hatte im Mai 2005 vollmundig ein 197 Meter hohes Hochhaus im Wüstenstaat Nevada angekündigt als "das größte Wohngebäude, das Las Vegas jemals sehen wird",
um noch am selben Tag von seiner Ex-Gattin widerlegt zu werden, die rund 1.000 Makler
im Hotel Bellagio zur Vorstellung ihres eigenen Hochhauses lockte, den 281 Meter hohen
The Ivana
. Kurz zuvor war sie, wegen ihres klangvollen Namens, vom Bauträger an-geheuert worden, da der Vertrieb des zunächst als "The Summit" (der Gipfel) bezeich-
neten Turmes nur schläppend voranging. Mit dem neuen Namen kamen nicht nur die Immobilienmakler in Scharen, sondern auch die Presse und mit ihnen die Käufer der 945 Wohnungen

Quellen: Focus, Wirtschaftswoche sowie eigene Recherchen


Alles Logo, oder was?

13.07.2005 - Logos als visuelle Botschaft von Unternehmen und öffentlichen Institutionen sind dazu da, die Aufmerk-samkeit ihrer Zielgruppe zu wecken und sich im Gedächnis der Kunden gedanklich einzubrennen. Vier aktuelle Er-
eignisse verdeutlichen, dass der Entwurf und die Verwendung von > Logos nicht immer ganz unproblematisch ist:

> Britische Ratspräsidentschaft in der EU und "12 wilde Schwäne"
> Bundesagentur für Arbeit mit "neuem", d.h. neu gestaltetem "A"
> Die fragliche Entstehung des VW-Emblems 1938/1939
> Die zwei Rechteinhaber des "Ampelmännchens"

"Schwäne" der britischen Präsidentschaft - Die bildgewordene Programmatik der am 1. Juli 2005 von den Briten übernommenen Ratspräsidentschaft zeigt 12 wilde Schwäne (in Anlehnung an die 12 Sterne der EU-Flagge), die in Pfeilformation am Himmel vorüberfliegen. Das passend zur Präsidentschaft für 30.000 Pfund gestaltete graphische Symbol sorgt aktuell für Wirbel, da es schlicht und ergreifend geklaut worden sei, so zumindest Lord Lamont, Vize-Präsident der Bruges-Gruppe (vgl. Gegenüberstellung rechts).
Das Logo der Bruges Gruppe im Vergleich mit dem  Logo der britischen EU-Präsidentschaft 2005 Demgegenüber betont Designer Michael Johnson, dass er sicherlich nicht der Einzige sei, der "einen Schwarm Schwäne erschaffen" habe. "Dieser Verdienst gebührt einzig Mutter Natur", so Johnson weiter. Doch dem nicht genug. Auch humorvolle Interpretationen machten schnell die Runde. So meinten einige, das Logo symbolisiere das ewige Gedränge im Luftraum über London Heathrow, andere meinten, dass die Eigenart der auf dem Logo dargestellten Schwäne symbolisch für die Gemeinschaft sei: "Wenn einer müde wird, übernimmt ein anderer die Führung", wobei die letzten beiden Schwäne am Ende der Formation, so der britische Botschafter in Wien, John MacGregor, Frankreich und Deutschland sein könnten.

"A" wie Agentur für Arbeit - Das zumindest für die mehr als 4 Mio. Arbeitslosen zu den unbeliebtesten Logos in Deutschland zählende "A" wurde vor kurzem überarbeitet, wobei zunächst ein Betrag von 10 Mio. € kursierte, der wenig später 385.000 € "interne Kosten" korrigiert wurde, wobei sich die
Entwicklungskosten für die Überarbeitung des 1969 entstandenen Logos alleine auf 100.000 € belaufen sollen, nicht allzuviel, wenn man bedenkt, dass die seit 2004 als "Agentur für Arbeit" firmierende Behörde jährlich rund 20 Mio. für Kommunikations ausgibt.
Links das alte und rechts das neue Logo der Agentur für Arbeit Doch nicht nur die Kosten alleine, sondern auch die Art der Änderung sorgte für teilweise harsche Kritik. Iim Wesentlichen wurde das bisherige Logo invers dargestellt, d.h. statt eines "roten A auf weißem Grund" zeigt das Logo nun ein "weißes A auf rotem Grund" (vgl. Abb. links). Und was noch viel schlimmer ist, laut Vorstandschef Franz-Jürgen Weis erhalten das neue Logo nur reformierte Arbeitsagenturen mit Kundenzentren, was möglicherweise kostensparend, sicherlich aber nicht im Sinne eines stringenten > Corporate Design ist. Eines ist sicher: Durch die Logo-Änderung wurden zumindest bei den beauftragten Designern und bei mehreren Schilderherstellern Arbeitsplätze gesichert. Ob dadurch neue Jobs geschaffen werden, muss sich erst noch zeigen.

Lesen Sie hierzu auch den aktuellen wir design-Kommentar: Brauchen Behörden Corporate Design?

Nikolai Borg und das VW-Logo"VW"-Entstehung ungeklärt - Es geht nur um zwei Buchstaben, über-einander gestellt und von einem Kreis umgeben, die heute als VW-Logo weltbekannt sind. Nur wer hatte die Idee dazu? Der Graphiker Nikolai Borg behauptet, dass er die Entstehung des > Logos maßgeblich beeinflusst
habe. Als er 1939 an der Berliner Hochschule der Künste studierte,
gewann er einen Design-Wettbewerb und erhielt daraufhin von Reichs-arbeitsminister Fritz Todt den Auftrag, ein Zeichen für das Volkswagen-
Werk zu entwerfen, was er im Sommer 1939 tat. Doch aufgrund des Kriegsbeginns am September des gleichen Jahres wurde die Logosuche
"bis zum siegreichen Ende des Krieges" zurückgestellt. 1943 entdeckte
Borg auf einem VW-Kübelwagen auf der Radkappe erstmals "sein"
Zeichen. Seitdem kämpft der heute 87-jährige vergeblich dafür, dass seine Urheberrechte anerkannt werden. Auch die Anhörung am 6. Juli 2005 vor dem Wiener Handelsgericht führte zu keiner Einigung, wobei folgende Punkte kritisch sind:

1. Eigentlich war Robert Ley von der Deutschen Arbeitsfront für VW zuständig und hätte ihm den Auftrag erteilen
    müssen (und nicht Fritz Todt)
2. 1920 hatte Ludwig Hohlbein bereits ein entsprechendes Logo gesaltet
3. 1938 wurde das von Franz Xaver Reimspieß entworfene "Ur-Zeichen" von der Firma Porsche als Marke angemeldet
    (ein mit Hakenkreuz unterlegtes Zahnrad, siehe Collage anbei), wobei jedoch die Angabe eines Erfinders fehlt
4. Mitte April 1939 waren auf der Berliner Autoausstellung Radkappen mit dem sogenannten "Strahlenkranz" zu sehen

"Ampelmännchen" als strittiges DDR-Überbleibsel - Dank der "Ostalgie" 15 Jahre nach der Wiedervereinigung verkaufen sich T-Shirts, Umhängetaschen, Designerleuchten, Flaschenöffner und Kugelschreiber mit dem ostdeutschen Ampelmännchen bundesweit mit beachtlichem Erfolg. Problematisch dabei ist nur, dass sowohl der Ostdeutsche Joachim Roßberg als auch der aus Westdeutschland stammende Markus Heckhausen Rechte am "Ampelmann" halten. Während Roßberg Markenschutz für die Verwendung auf Metallen, Papier, Pappe, Spielzeug, Fruchtsäften und Alkohol genießt
und u.a. auch einen Ampelmännchenschnaps vermarktet, hat Heckhausen die exklusiven Recht für die Bedruckung von Kleidung. Erfunden wiederum hat das > Logo 1961 der Ostdeutsche Karl Peglau, der damals das Männchen mit dem knuffigen Hut zeichnete und von Heckhausen eine Urheberrechtsvergütung erhält, von Roßberg nicht. Noch steht eine
(außergerichtliche) Einigung der beiden Kontrahenten aus. Wir dürfen uns derweil weiterhin am gesamtdeutschen "Ampelmännchen" erfreuen, egal ob von Roßberg oder Heckhausen vermarktet.

Quellen: Britische Botschaft , Karriere, Focus, Spiegel , Freenet, Lizenzboerse sowie eigene Recherchen

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