Sportlicher
Marken-Kick bei WM & Olympia
20.05.2005 - Nicht nur Sportlich läuft alles auf Hochtouren
für die Fußball-WM 2006 in Deutschland. Auch die
> Fifa
als Veranstalter läuft zur Höchstform auf, nicht
jedoch was das Sportliche betrifft, sondern im Hinblick auf
Sponsoring-gelder und Markenschutz. So wurden allein in Deutschland
mehr als 40 Begriffe und Logos als Marken angemeldet, darunter
das offizielle WM-Logo mit lachenden Gesichtern und das Maskottchen
Goleo. Grund: Die Logos, Slogans und
alle werbetauglichen Begriffe gehören zu den Haupteinnahmequellen
des Fußballweltverbandes. Allein die 15 WM-Hauptsponsoren
und 6 nationalen Förderer bezahlen knapp 700 Mio. €,
um vor und während der WM 2006 exklusiv werben zu können
(vgl. hierzu auch die > Sponsoring-News
2/2004).

Umstritten ist jedoch insbesondere, ob auch "2006",
"WM 2006" und "Fußball WM Deutschland"
schutzfähig sind. Beantragt hat die Fifa die genannten
Begriffe bereits kurz nachdem Deutschland als Austra-gungsort
2006 feststand. Bereits 2003 wurde der Schriftzug "WM"
registriert. Dies bedeutet im Prinzip, dass nicht einmal mehr
Bäcker
2006 ihre Berliner mit einem "WM"-Schriftzug versehen
dürfen.
Vielen Nichtsponsoren geht diese Monopolisierung allgemeiner
Begriffe zu weit, weshalb nun u.a. der Münzanbieter BTN
und
der Süßwarenhersteller Ferrero juristisch gegen
die Fifa-Marken vorgehen. Ferrero beispielsweise fürchtet
um seine traditionelle Werbeaktion mit Fußballer-Sammelbildern,
die den Schokoriegelabsatz ankurbeln soll. Auch gegen englischsprachige
EU-Marken, die die Fifa beim Harmonisierungsamt in Alicante
angemeldet hat (>
HABM), u.a. "World Cup 2006", "World Cup
Germany" und "World Cup 2006 Germany", laufen
Löschungsverfahren.
Das Internationale Olympische Komitee (IOC) wiederum beendete
vor kurzem das 40-jährige Sonderrecht von >
Adidas
bei Olympia mit seinen drei Streifen überproportional
groß in Erscheinung zu treten. Waren die drei Steifen
bisher als Design-Elemente interpretiert worden, so gilt ab
sofort gilt auch für den größten deutschen
Sportartikelhersteller bei
Olympia eine maximale Logo-Fläche von 20 cm² (und
maximal 10% des Ausrüstungsgegenstandes) auf Olympia-
Textilien. Den Wettbewerbern von Adidas, allen voran Weltmarktführer
> Nike, war diese Ausnahmeregelung
schon
seit langem ein Dorn im Auge gewesen. Die vollmundige Aussage
von Adidas-Vorstandschef Herbert Hainer nach
den Olympischen Sommerspielen in Athen 2004 brachte das Fass
schließlich zum Überlaufen: "Was die Sichtbarkeit
angeht, so waren wir eindeutig die führende Marke".
Daraufhin formierten sich Nike, >
Puma, > Reebok
und die Petland-Gruppe mit Marken wie Speedo und Ellesse und
schrieben einen Beschwerdebrief an IOC-Präsident Jacques
Rogge, in dem sie ihn aufforderten, auch Adidas zur Einhaltung
des vereinbarten "Marketing Code of Conduct" zu
zwingen. Der wirkliche Hauptgrund? Geld, viel Geld. Da Millionen
von Fernsehzuschauern derartige Groß-Events begeistert
mitverfolgen, führt ein größeres Logo auf
den
Leibchen der Sieger auch automatisch zu deutlich größerer
Werbewirkung. Aus diesem Grund musste Adidas bereits
bei den Winterspielen auf seine drei Streifen verzichten und
Anfang Mai 2005 beendete IOC-Präsident Rogge mit dem
Satz "alle Hersteller werden gleich behandelt" ein
und für alle Mal das Adidas-Sonderrecht. Doch das ist
noch nicht
alles. Auf Basis dieser Entscheidung möchten nun auch
die Verbände von Rudern bis Tennis, dass die neue IOC-
Vorschrift für nicht olympische Sportarten und Wettkämpfe
Gültigkeit erhält. Anfang Juli werden deshalb die
drei
größten Adidas-Wettbewerber den Weltverband der
Sportartikelindustrie in dieser Richtung aktiv werden.
Und Adidas-Chef Hainer? Hat's immer noch nicht begriffen und
gibt sich trotzig, wie ein aktuelles Focus-Interview
zeigt: "Die Angriffe einiger Wettbewerber auf die drei
Streifen zeigt nur, welche Wirkung unser Markenzeichen hat."
(19/2005, S. 13) Zu dumm nur, wenn man wie Hainer seinen Wettbewerbern
selbst einen perfekten Vorwand in
Form einer Steilvorlage geliefert hat! Treffer! Ein millionenschweres
Eigentor!
Quellen: Capital,
Yahoo!
Finanzen, Focus,
Wirtschaftswoche
sowie eigene Recherchen
Markenerfolg "Franchising"
25.04.2005 - Wer in eine >
Franchising-Partnerschaft einsteigt erhält vor allem
eines: Zugang zu etablierten Marken,
die den Start in die Selbständigkeit wesentlich erleichtern
und zugleich viele Marketingfehler dank straffer Vorgaben
des
Franchise-Gebers verhindern. Allein zwischen 1995 und 2002
wuchs einer aktuellen Studie der Universität Mainz zufolge
die Franchi-
sing-Branche jährlich um durchschnittlich 11%. 2003 wurden
bundes-
weit ca. 43.000 Franchise-Nehmer in 830 Systemen gezählt,
die mit
390.000 Beschäftigten rund 25,4 Mrd. € Umsatz und
damit ca. 1% des
BSP erwirtschafteten. 2004 wurde sogar ein Umsatz von 29 Mrd.
€ er-
reicht. Weltweit finden sich aktuell mehr als 12.000 Franchise-Geber
und 800.000 Franchise-Nehmer, wobei allein 5.000 Franchise-Systeme
in den USA beheimatet sind.
Zentraler Erfolgsfaktor von Franchise-Systemen ist, neben
der den
Namen, Know-how und Marketing umfassenden Geschäftsidee,
dass
mit jedem neuen Franchisepartner der Bekanntheitsgrad der
Franchise-
kette wächst, weshalb Brodersen, Geschäftsführer
des Deutschen
Franchise-Verbandes betont, dass "die Marke eine
der prägenden Merkmale der Franchisesysteme [ist]"
(Capital 9/2005, S. 73). Als Gegenleistung erhält der
Franchisegeber meist zwischen 3 und 7%
vom Umsatz, zuzüglich 1,5 bis 3% für Werbung. Üblicherweise
sind
die Sätze im Einzelhandel niedriger, im Dienstleistungsgewerbe
dagegen
etwas höher. Gemäß einer aktuellen Um-
frage
von franchiseportal.de
bei 1.131 Franchise-/Lizenzgebern verteilen sich die Franchiseaktivitäten
wie folgt:
| Aktivität
|
Anteil
|
|
Aktivität |
Anteil
|
| Einzelhandel
|
31,3%
|
|
Herstellung &
Verarbeitung |
5,1%
|
| Hotellerie & Gastronomie
|
7,9%
|
|
Transport & Zustellung" |
5,0%
|
| Makeln & Vermitteln |
7,6%
|
|
Reparatur & Renovierung" |
4,8%
|
| Schulung & Beratung |
7,5%
|
|
Reinigung & Instandhaltung |
3,7%
|
| Büroarbeit & Geschäftshilfe |
7,1%
|
|
Vermietung & Leasing" |
3,1%
|
| Personalbetreuung &
-pflege |
5,9%
|
|
|
|
Nachtrag vom 08.11.2007 - Der Beitrag von Peter Laudenbach über Unternehmer ohne Freiheit in brand eins
9/2007
vermittelt auf eindringliche Art und Weise die Vor- und Nachteile des Franchising. Den Beitrag als Download
finden Sie >> hier
Allgemein wird davon ausgegangen,
dass heute noch rund 30% der Franchise-Betriebe im Bereich
Handel tätig sind,
wohingegen rund 60% als Dienstleister agieren. Zu den 20
größten Franchising-Ketten (Systemen) 2004 nach
Anzahl
der Betriebe in Deutschland zählen dem Deutschen
Franchise-Verband zufolge:
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