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Viel
Geld für Markenanreicherung
durch (Sport-)Sponsoring
28.06.2004 - Europameisterschaft,
Tour de France
und Olympische Spiele. Drei sportliche Großereignisse
in diesem Jahr bieten reichlich Möglichkeiten für
Marken-hersteller, ihre Marken durch >
Sponsoring anzu-
reichern. Allein für die drei genannten
Top-Events
2004 sind Ausgaben in Höhe von 1,9 Mrd. € geplant.
Für die Leichtathletik-WM und die Tour de France 2005
rund 2,2 Mrd. € und für die vier Großveranstaltungen
2006 rund 2,6 Mrd. €.
In den letzten 10 Jahren sind die Sponsoring-Ausgaben jährlich
im Durchschnitt um 14% gestiegen, während die Aufwendungen
für klassische Werbung im gleichen Zeitraum jährlich
lediglich um 5% zunahmen. 2004 werden welt-
weit rund 28 Mrd. € für Sponsoringrechte aufgewendet,
davon allein 3,4 Mrd. € in Deutschland. Hiervon wiederum
werden knapp 60% in Sport-Sponsoring investiert, davon wiederum
mehr als 70% in Fußball. Von den 16,3 Mrd. €
weltweit investierter Sport-Sponsoringgelder investieren
deutsche Unternehmen 2004 allein rund 1,9 Mrd. € in
Sport-Sponsoring, um die eigene Bekanntheit zu steigern
und am Image zu feilen. In etwa den gleichen bis zum doppelten
Betrag gilt es noch einmal zu investieren, um via TV-Spots,
Anzeigen und Veranstaltungen die eigenen Sponsoring-aktivitäten
der Zielgruppe gegenüber zu kommunizieren. Aktuell
setzen etwas mehr als zwei Drittel aller deutschen Unternehmen
Sponsoring ein, wobei der Anteil am gesamten Kommunikationsbudget
durchschnittlich 15% beträgt.
Die dänische Brauerei Carlsberg beispielsweise investiert
pro Jahr rund 135 Mio. € in ihre Bierstammmarke, u.a.
als Sponsor der Fußballeuropameisterschaften. So stieg
während der EM 2000 der Bierumsatz um 11%, über
das ganze
Jahr betrachtet um 5,4%.
Übersicht_1: Sponsoring-Fakten
(Übersicht)
Übersicht_2: Eventpotential
verschiedener Sportarten (Schweizer)
Entscheidend für den Sponsoringerfolg ist neben der
tatsächlichen Erreichbarkeit der Zuschauer, inwieweit
Werbe-beschränkungen existieren. Daneben sollte die
Auswahl der Sponsoringpartner in Abhängigkeit von der
gewünschten Reichweite getroffen werden. Für globale
Unternehmen wie Coca-Cola, McDonald's, JVC, Mastercard und
Canon sind globale Großveranstaltungen ideal, wohingegen
regional oder national tätige Unternehmen Sponsoringpartner
mit
ähnlicher Reichweite auswählen sollten. Auch gilt
es sich zwischen dem Sponsoring einzelner Personen, wie
dem Sponsoring von Starsportlern (Adidas, Siemens und Gillette
bei David Beckham) und dem Sponsoring ganzer Vereine (Adidas
sowie T-Mobile bei Bayern München), Sportstadien (z.B.
AOL- bzw. Allianz-Arena) oder Großveranstaltungen
insgesamt zu entscheiden.
Artikel_1:
Was Sponsoring für die Marke leisten kann (Müller,
Marketing & Kommunikation, 1/2005) Neu!
Artikel_2: Sponsoring
auf allen Kanälen (Coppetti/Tomczak)
Artikel_3: Sportsponsoring
- Kampf um Kontakte (Wieland, Bob Bomliz Group)
Artikel_4: Europaweites
Sportsponsoring eine neue Versuchung für Milka!
(Gmünder, Kraft Foods)
Studie_1: Sponsoring
Trends 2004 sowie kostenloses
Bob Bomliz Group Bestellformular
Studie_2: Sponsoring
Trends 2002 der
Bob Bomliz Group
Charts: Sponsor
Visions 2004 (Pilot)
Bericht: IEG
Sponsorship Report (März 2004)
Vorlesung: Sport-Sponsoring
(Hermanns)
Eine grundsätzliche Gefahr geht von Schein-Sponsoring,
dem sogenannten > Ambush-Marketing
aus, bei dem "Trittbrettfahren" von einem Anlass
profitierten, ohne selbst (offizieller) Sponsor einer Veranstaltung
zu sein. Eine
nicht ganz faire Werbestrategie aus dem Hinterhalt, aber
gerade für kleinere Unternehmen nicht ganz uninteressant,
denn als Großsponsor haben sie keine Chance, wie die
aktuellen Sponsoringbeträge verdeutlichen:
> Namensrechte für das neue Fußballstadion
in München durch Allianz: 92 Mio. €
> David Beckham durch Gillette (wibt auch für Adidas
und Siemens): 60 Mio. €
> Ferrari-Rennstall in der Formel Eins WM 2004 durch
Marlboro: 75 Mio. €
> Trickotwerbung bei Bayern München 2004 durch T-Mobile:
17 Mio. €
> Trickotwerbung bei Borussia Dortmund 2004 durch Eon:
12 Mio. €
> EM-Hauptsponsoren 2004 (u.a. T-Mobile): je 25 Mio.
€
> WM-Sponsoren der Fifa 2006 (u.a. Coca-Cola): je 45
Mio. €
> WM-Sponsoren aus Deutschland für 2006 (u.a. Obi):
je 12,9 Mio. €
> Olympische Sommerspiele 2004 in Athen für 32 Sponsoren
insgesamt 570 Mio. €
> Anmerkung: Für Olympia 2004 wurden allein 750.000
€ aufgewandt, um rund 10.000 Plakatflächen an
Gebäuden
und auf Hausdächern in Athen zu beseitigen,
um den Sponsoren exklusive Werbeauftritte zu ermöglichen
> Olympische Sommerspiele 2008 in Peking allein durch
Volkswagen: > 100 Mio. €
Quellen: IEG Sponsorship Report, Sport + Markt, Sportvermarktungsagentur
Sportfive, Sportzeitschrift Kicker,
Studie
Sponsoring Trends 2000 und 2002 sowie eigene Recherchen
Wenn Marken zu Namen werden
07.06.2004 - Viele bekannte Markennamen
sind aus Vor- oder Familien-namen der Unternehmensgründer
hervorgegangen. Man denke nur an Birkenstock, Lacoste und
Zeiss oder Opel, Bogner und Schlecker. Seit einigen Jahren
ist nun ein neuer Trend zu beobachten: Aus Marken-
namen werden wieder Personennamen.
Eltern geben ihren Neugeborenen immer öfters Markennamen.
Neben
dem Beispiel eines Kindes, das von seinen Eltern "Fanta"
getauft
wurde (> wir berichteten)
zeugen viele Beispiele von diesem Markentrend der ganz besonderen
Art. Ein kleiner
Junge Namens "L'Oreal" und andere mit Namen "Armani",
"Timberland" oder "Canon". Auch "Infiniti"
(Nissans Luxus-
marke) und ESPN (US-Sportsender) sind unter den Markennamen
Neugeborener, wie eine aktuelle Studie von Cleveland Evans,
Professor an der Bellevue University zeigen. Ein Elternpaar
aus Kalifornien, das seinen Neugeborenen "Pepsi"
taufte, ging sogar so weit und wollte die Namensrechte an
ihrem Kind via eBay versteigern, während eine das Internet-Musikarchiv
www.iuma.com Eltern 5.000 US$ bot, wenn sie ihr Kind nach
dem Unternehmen "Iuma" taufen sollten.
Quelle: Eigene Recherchen
"made by ..." statt "made in ..."
17.05.2004 - Das Qualitätssiegel
"made in Germany" könnte möglicherweise
in naher Zukunft durch ein "made in EU" ersetzt
werden. So zumindest will es eine Initiative der
EU. Fraglich dabei ist, ob eine länderspezifische Kennung
überhaupt noch Sinn macht,
da viele Produkte mittlerweile aus weltweit produzierten Einzelteilen
zusammengesetzt
oder ganz von Zulieferern produziert werden (wir berichteten,
s.u.).
>
Positionsparter des AIM zu "Made in EU"
Beim 3er BMW beispielsweise kommen rund 40% der Bauteile aus
18 Ländern weltweit. Das Bleck für den Porsche Cayenne
wird in der Slowakei gebogen und lackiert, die Sportsitz kommen
von Johnson Controls aus den USA und
das Getriebe wird in Japan gefertigt. Der Motor des Audi TT
wird in Ungarn zusammengeschraubt und der A6 für den
Asiatischen Markt in China produziert, weshalb ein "made
by Audi" eher Sinn machen würde. Gleiches gilt für
die Gummibärchen von Haribo, die mittlerweile zum Großteil
in Frankreich und Spanien hergestellt werden. Von 18
Werken befinden sich nur noch fünf in Deutschland. Und
die Gesichtscremes von Nivea werden seit einigen Jahren
in Paris und Mailand produziert.
Der Porsche Boxter wiederum wird vom Autozulieferer Valmet
in Finnland zusammengebaut. Da aber 86% der Bauteile
aus Deutschland stammen, gilt der Sportwagen dennoch als "made
in Germany". Im konkreten Fall kann ist selbst die Bezeichnung
"made by Porsche"
fraglich. Vermutlich wäre ein "designed by Porsche"
oder "engineered by Porsche" angemessener. Noch
interessanter wird es beim Mini (BMW), dessen Motoren von
den direkten Wettbewerbern
Toyota und Peugeot geliefert werden.
Das Siegel "Made in Germany", ursprünglich
zur Kennzeichnung minderwertiger Produkte vorgesehen, geht
zurück
auf den englischen "Merchandise Marks Act" von 1887,
demzufolge alle ausländischen Waren eine deutliche Be-
zeichnung des Herkunftslandes tragen mußten, um sie
besser von englischen Qualitätsprodukten abgrenzen zu
können. Mittlerweile sind auch aus Produkten "made
in China", "made in Korea" und "made in
Taiwan" - früher Inbegriff minderwertiger Billigwaren
- angesehene Markenprodukte für den Weltmarkt geworden,
wie der zum Hauptwett-
bewerber von Sony aufgestiegene Elektronikkonzern Samsung
aus Korea eindrucksvoll verdeutlicht. Als Folge der
weiter voranschreitenden Globalisierung wird die Markierung
"made in..." zunehmend an Bedeutung verlieren,
wohingegen die Bedeutung der Marke als Qualitätsindikator
weiter zunimmen wird. Ironischerweise gilt heute
selbst für den "Stern" von Mercedes-Benz: "made
in Turkey".
Quelle: Eigene Recherchen
Die Marke zählt - Nicht immer, aber immer öfters
22.04.2004 - Nicht neu ist, dass
Marken in vielen Unternehmen eine
zentrale Rolle spielen. Unsersuchungen von Sattler und PwC
beispiels-weise haben gezeigt, dass Marken im Konsumgüterbereich
durch-
schnittlich 56% zum Unternehmenswert beitragen. Währen
der Anteil
bei kurlebigen Konsumgütern 62% beträgt, liegt der
prozentuale Anteil
bei langlebigen Konsumgütern bei 53%. Und bei Marken
im B2B-Bereich
liegt der Markenanteil bei 18%.
McKinsey ist in mehreren Untersuchungen der Frage nachgegangen,
welche Bedeutung die Marke im Kaufprozess hat. Die sogenannte
>> Markenrelevanz drückt aus, ob und inwieweit
eine Marke für das Verhalten der Nachfrager relevant
ist, sprich wann sie eine wichtige Funktion im Kaufprozess
übernimmt. Wenig überraschend kommt
McKinsey im Rahmen der Untersuchung von 45 Produktmärkten
im B2C- und 18 Produktmärkten im B2B-Bereich
zu produktspezifisch deutlichen Abweichungen. Im B2C-Bereich
haben Marken den größten Einfluß bei Designer-
sonnenbrillen, Zigaretten und Bier während im B2B-Bereich
Schaltanlagen, Werkzeugmaschinen und Dienstwagen
über hohe Markenrelevanz verfügen.
Die folgenden Übersichten fassen die Ergebnisse zusammen:
>
Markenrelevanz im B2C-Bereich
>
Markenrelevanz im B2B-Bereich
Weiterführende Informationen zu Kontextfaktoren der
Markenrelevanz finden Sie >>
hier. Umfassene Erläuterunen
zur Marknrelevanz finden Sie im soeben erschienenen Fachbuch
>> Mega-Macht Marke von
Hajo Riesenbeck
und Jesko Perrey.
Quellen: McKinsey,
eigene Recherchen
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